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Pressemitteilung: 22.03. - Aufruf zum Plastikfasten – eine Woche plastikreduziert leben

Interaktiver Bildungsüberfall und Vortragsabend mit lokalen Partnern zum Thema Mikroplastik in unseren Gewässern im Rahmen der Weltwassertages 2019

Heute, am Freitag, den 22. März 2019 fand im Ortskern von Schlanders ein interaktiver „Bildungsüberfall“ zu einem weltbewegenden Thema statt: Mikroplastik ist bereits zu Tonnen in unsere Gewässer und Weltmeere gelangt und wurde bereits in Leitungswasser (Universität von Minnesota 2017), Mineralwasser (Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe und Universität Münster 2017) und sogar in menschlichen Stuhlproben nachgewiesen. Die Kampagne MahlZeit rief daher zum „Plastikfasten“ auf.

Flyer der vor Ort verteilt wurde mit Tipps zum Plastikfasten zum Download >>

 

Der Abbau von Plastik dauert Jahrhunderte, dementsprechend gravierend sind die Auswirkungen, wenn unser Plastikmüll in die Umwelt gelangt. In Kosmetikprodukten werden oft absichtlich kleinste Plastikteilchen z.B. für Peeling-Effekte hinzugesetzt. Dieses sogenannte Mikroplastik gelangt dann in unsere Gewässer und in die Nahrungskette vieler Lebewesen. Im Rahmen der Aktion hatte die junge Umweltaktivistin Magdalena Gschnitzer erst vor zwei Tagen (am Mittwoch, den 20. März) über das Thema bei einem öffentlichen Infoabend in der Mittelschule Schlanders referiert und Filmausschnitte ihrer letzten Projekte gezeigt. In Meersalz, Muscheln, Fischen und weiteren Lebensmitteln wurde bereits Mikroplastik nachgewiesen. Doch auch durch die Verwitterung und den Abrieb von großen Plastikteilen oder Textilien aus Kunstfasern entsteht Mikroplastik.


Daher war am heutigen Freitag (22. März 2019) die Kampagne MahlZeit gemeinsam mit dem Bildungsausschuss Schlanders, der Umweltschutzgruppe Vinschgau EO, der FOS-Marie Curie Meran und der oew im Ortskern Schlanders am Hauptplatz vertreten, um auf das Thema aufmerksam zu machen. Die Stelle wurde nicht zufällig nahe dem öffentlichen Brunnen gewählt. Ein interaktiver Infostand zeigte Beispiele auf, wie wir in unserem alltäglichen Leben Plastik reduzieren können. Die Passanten wurden zum „Plastikfasten“ aufgerufen. Es gab reichlich Tipps und Tricks, wie man einen Selbstversuch zum plastikreduzierten Leben gestalten kann. Und vielleicht findet der eine oder die andere auch für immer Gefallen daran.

Weiterführende Informationen zum Weltwassertag:
In der 66. Generalversammlung der Vereinten Nationen (VN; United Nations - UN) wurde im Dezember 2016 die Ausrufung der Vereinten Nationen-Wasserdekade vom 22. März 2018 bis zum März 2028 beschlossen. Die VN-Wasserdekade verfolgt u. a. das Ziel die Wissensverbreitung zum Thema Wasser und Gewässerschutz zu verbessern. Plastik ist aus umwelttechnischer Sicht ein großes Problem. Mittlerweile finden sich die Überreste unseres Abfalls überall – auch als Mikroplastik in Meeren, Flüssen und Seen, aber auch in unserem Leitungswasser.

Interview mit Alessandra Sambin – Lehrperson für Italienisch an der FOS-Marie Curie – aktiv beim „Plastikfasten“ und Projektarbeit mit SchülerInnen zu diesem Themenbereich:
Wie lange versuchst du bereits plastikfrei zu leben?
Unnötige Verpackungen sind mir seit meiner Jugend unsympathisch gewesen. Ich bin mir aber erst während meiner zweiten Schwangerschaft, vor ungefähr zehn Jahren, diesem Problem richtig bewusst geworden. In den letzten Jahren habe ich immer öfter nach alternativen Produkten gesucht und seit Januar 2018 versuche ich möglichst plastikfrei zu leben.

Nur du, oder die gesamte Familie?
Meine gesamte Familie macht dabei mit. Mein Partner und auch meine Kinder, versuchen auf Einwegprodukte aus Plastik zu verzichten (wie zb Strohalm, Kinderüberraschungen usw.), wobei sie trotzdem auch mit Plastikspielzeug spielen (gravitrax, playmobil).

Wie genau vermeidest du Plastik - z. B. bei Waschmittel, Zahnpasta, Verpackungen, ...?
Seit Jahren kaufe ich Waschmittel in wieder auffühlbaren Flaschen, Shampoos und Duschgel habe ich durch Seifen ersetzt. Unsere Zahnpasta kaufe ich in Pillen, die man vor dem Zähneputzen kaut. Meine Zahnbürste ist aus Bambus. Selbstgemachte Produkte sind auch eine super Lösung und manchmal finde ich auch die Zeit dazu.
Nur die Tönung für die Haare habe ich noch nicht ersetzen können.
Verpackungen kann man nur mit viel Hingabe vermeiden. Leider muss ich oft lange suchen, da heute zu viel Produkte meist aus Werbezwecken aufwendig verpackt sind. Daher bevorzuge ich kleinere Läden, wo ich meinen Einkauf auch in eigenen Behälter mitnehmen darf.

Wieso versuchst du Plastik zu vermeiden?
Ein kleines Familienerlebnis hat mir die Augen geöffnet. An der Küste Apuliens hatten wir mit dem Kanu eine wunderschöne abgelegene Bucht entdeckt, leider war sie voll von angeschwemmtem Plastikmüll… Es begann wie ein Spiel, aber am Ende hatten wir dutzende von Müllsäcken mit allerlei Abfällen gesammelt. Mindestens 70% davon war aus Plastik. Seitdem haben wir nicht nur an den verschiedenen Küstenabschnitten Italiens, Korsikas und Albaniens Plastikmüll gesammelt und entsorgt, sondern auch an den Ufern unserer heimischen Flüsse Etsch und Passer.

Welche Projekte hast du gestartet, bzw. unterstützt du in diesem Bereich?
Ich habe online Petitionen unterschrieben und unterstützt, einige Infoveranstaltungen organisiert. Haupsächlich versuche ich meine SchülerInnen durch verschiedene Arbeiten, Recherchen und Interviews mit Konsumenten, Produzenten und Verkäufern für diese Problematik zu sensibilisieren.


Wie könnte für die gesamte Gesellschaft die "Plastikflut" gestoppt werden?
Die Macht liegt sicherlich beim Konsumenten, der durch das tägliche Einkaufen das Angebot des Marktes beeinflussen kann. Es geht um kleine Entscheidungen eines jeden, die sicherlich viel verändern können. Bei Lebensmitteln ist “frisch, regional, saisonal” vom Bauernmarkt eine einfache und konkrete Möglichkeit.