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Pressemitteilung: 22. März - Weltwassertag - Stiefkind „Virtuelles Wasser“

Jeder und jede von uns verbraucht täglich an die 5.300 Liter sogenanntes „virtuelles Wasser“. Dagegen sind die täglichen etwa 110 Liter Trinkwasser für putzen, kochen, duschen, spülen, gießen oder baden verschwindend wenig. Der größte Anteil unseres pro Kopf Wasserverbrauches (water footprint) wird als „virtuelles Wasser“ für die Herstellung von Lebensmitteln und Konsumgütern verbraucht.

Am 22. März begehen die Vereinten Nationen den Welttag des Wassers. Die Kampagne MahlZeit erinnert zu diesem Anlass an die Abermillionen Liter an „virtuellem Wasser“, die in Nahrung und Konsumgütern stecken.

Wie diese Mengen zusammen kommen, zeigt das Beispiel Rindfleisch:

Bei der üblichen intensiven Haltung von Rindern haben diese nach ca. drei Jahren ihr Schlachtgewicht erreicht. Bis dahin hat ein Tier etwa 1.300 Kilogramm Kraftfutter aus verschiedenen Getreiden und Soja, 7.200 Kilogramm Raufutter (Weidefutter, Heu), und 24.000 Liter Wasser zum Tränken gebraucht. Für die Produktion von 1 kg Rindfleisch ohne Knochen werden daher rund 15.500 Liter virtuelles Wasser benötigt. 15.300 Liter werden allein für das Futter aufgewendet.

Doch auch mit höchst unverdächtigen Gütern verbrauchen wir viel Wasser. Denn in einem Liter Apfelsaft stecken 950 Liter virtuelles Wasser, in einem Liter Orangensaft 850 Liter, in einem Liter Milch 1.000 Liter, in einem Liter Bier 300 Liter.

Die Liste lässt sich mit allen andern Produkten des täglichen Konsums fortsetzen:

In 1 kg Nudeln stecken 1.400 Liter virtuelles Wasser, in 1 kg Butter 4.800 Liter, in 1 kg Zucker 1.500 Liter usw. Und weiter geht es mit allen anderen Konsumartikeln: ein Auto verbraucht zu seiner Herstellung 400.000 Liter Wasser, ein Microchip 32 Liter, ein Computer 20.000 Liter, eine Jeans 11.000 Liter, T-shirt 2700 usw*. Unser ganz normaler Einkaufskorb hat also täglich tausende von Litern Wasser in seinem ökologischen Rucksack. Reduzieren lassen sich diese Zahlen nur durch bewussten Konsum. Einerseits hilft es, einfach weniger zu konsumieren und Konsumartikel länger zu nutzen. Das zwanzigste T-Shirt muss vielleicht nicht sein, die zehnte Jeans auch nicht. Dasselbe gilt für elektrische Geräte, Spielzeug, Freizeit. Andererseits spart man bei den Lebensmitteln virtuelles Wasser, indem man einheimische Produkte bevorzugt, Gemüse und Obst der Saison kauft und weniger Fleisch isst.

Prinzipiell gilt: alles, was importiert wird, entzieht sich in der Produktion unserer Kontrolle. Und meistens ist es viel einfacher, als gedacht: Wer z. B. gegen Durst statt Bier und Saft einfach Leitungswasser trinkt, spart Unmengen von virtuellem Wasser.

Mit einem „Bildungsüberfall“ wird die Kampagne MahlZeit am 22. März um 10 Uhr auf dem Bozner Waltherplatz auf unseren „Wasserfußabdruck“ aufmerksam machen.

*(Quelle: Vereinigung Deutscher Gewässerschutz e.V.,2008)

 

 

 


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