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Rückmeldung vom "Bioland Seminar 2015"

Studien bestätigen: Bio ist gesünder und macht gesünder
Beim diesjährigen Bioland Seminar Ende Januar besuchten insgesamt 250 Interessierte die verschiedenen Fachvorträge im Bildungshaus Lichtenstern am Ritten. Richtungsweisend waren die Impulsreferate und Diskussionsbeiträge von Europaparlamentarier Herbert Dorfmann, Bioland Präsident Jan Plagge, Alce Nero Präsident Lucio Cavazzoni und Landesrat Arnold Schuler. Höhepunkt der Veranstaltung war der Vortrag von Carlo Leifert, Professor für Ökologische Landwirtschaft an der Universität Newcastle (UK).
Leifert berichtete von den Ergebnissen einer Analyse von 343 Studien über Inhaltsstoffe und Pestizidrückstände in konventionell und  biologisch angebauten Lebensmitteln. Einer der wichtigsten Unterschiede ist der erhöhte Antioxidantiengehalt in Biogemüse und Bioobst und der viel niedrigere Stickstoffgehalt. Dazu kommt ein niedrigerer Cadmium-Wert. Warum das so ist, erklärt der Professor mit einer simplen Erkenntnis: Die konventionell angebauten Pflanzen konzentrieren sich auf ihren Primärstoffwechsel (wachsen), da sie mit Stickstoffverbindungen übersättigt sind. Die Biopflanzen hingegen haben einen sehr aktiven Sekundärstoffwechsel, welcher unter anderem Geschmacksstoffe und Antioxidantien produziert. Die erhöhten Cadmiumwerte in den konventionellen pflanzlichen Produkten sind auf die Phosphatdünger zurückzuführen, welche sehr reich an Cadmium sind, vor allem außerhalb der EU.
In Versuchen mit Rattenfutter konnte  zudem nachgewiesen werden, dass sich je nach Herkunft des Futters (bio oder konventionell) der Hormonhaushalt und die Immunreaktion der Tiere signifikant veränderte. Carlo Leifert zieht als Fazit: „Die Verwendung nicht-erneuerbarer Ressourcen hat nicht nur die Nachhaltigkeit der Landwirtschaft, sondern auch die Lebensmittelqualität negativ beeinflusst. Abschließend stellte er noch eine neue Studie aus Norwegen vor, die schwangere Frauen und junge Mütter anhand ihrer Ernährung untersuchte. Diese Kohortenstudie zeigt auf, dass der Verzehr von biologischem Gemüse das Risiko von Präeklampsie, einer weltweiten Erkrankung, deutlich reduziert.

 

Bilder: Arnold Schuler, Michael Oberhollenzer, Prof. Carlo Leifert, Jan Plagge, Herbert Dorfmann.